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Ministrant (auch Messdiener genannt) ist die Bezeichnung für einen Altardiener (lat. ministrare „dienen“) vor allem in der römisch-katholischen Kirche. Auch in manchen evangelischen und altkatholischen Kirchen sowie in der Christengemeinschaft gibt es entsprechende Funktionen. Deutschlandweit gab es 2009 436.228 Ministranten. In Deutschland hat sich die Zahl der Ministranten gegenüber der letzten Zählung 2003/04 um 43.000 erhöht, wobei die Zahlen in den Diözesen stark variieren (Spannweite von 403 im Bistum Görlitz bis 44.645 im Bistum Münster). In Österreich verrichten schätzungsweise 50.000 Ministranten den Dienst am Altar.
Allgemeines
Die Voraussetzungen zur Ausübung des Ministrantendienstes sind von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich, als Grundregel gilt meist jedoch, dass ein Ministrant getauft ist und die Erste Heilige Kommunion bereits empfangen hat. Daher kann es grundsätzlich männliche wie weibliche Ministranten geben. In einer Instruktion des Heiligen Stuhls wurde die Zulassung von Mädchen und Frauen zu diesem Dienst „nach dem Urteil des Diözesanbischofs und unter Beachtung der festgesetzten Normen“ bestätigt.

Die Ministranten (meist Kinder und Jugendliche, mancherorts auch Erwachsene) übernehmen in der Liturgie besondere Aufgaben, die überwiegend der Assistenz des Priesters und des Diakons dienen. Die Messdiener tragen beim Gottesdienst ein liturgisches Gewand. Oft absolvieren sie eine Ausbildung, in der sie mehr über die verschiedenen Riten, liturgischen Farben, Zeichen und Symbole erfahren und lernen, wann und wie sie in der Liturgie in rechter Weise zur Anwendung kommen.

Das Selbstverständnis der Ministranten ergibt sich aus ihrer liturgischen Aufgabe, vor allem dem Dienst in der Heiligen Messe. Sie sind Diener an einem höheren Gut, Jesu Christi selbst, der in der Eucharistie mit seinem Leib und Blut in Erscheinung tritt. Ministranten bilden oft eine feste Gemeinschaft innerhalb der Gemeinde, mitunter sind sie deren größte Jugendgruppe.

Oft treffen sich Messdiener auch zu Gruppenstunden, machen gemeinsame Ausflüge und helfen bei der Organisation von Kirchen- und gemeinnützigen Festen. In einigen Gemeinden gibt es an der Spitze dieser Strukturen Oberministranten oder Obermessdiener, die vom jeweiligen Pfarrer oder von der Gruppe beauftragt sind, die Anliegen der Ministranten in der Gemeinde zu vertreten und die Messdienergruppe zu leiten. Zu ihren weiteren Arbeitsfeldern gehören meist Organisation und Koordination der internen Angelegenheiten der Ministranten.


Dienste

Ministranten übernehmen als Helfer des Priesters und des Diakons, zum Teil auch als Vertreter der Gemeinde verschiedene Dienste im Gottesdienst. Bei feierlich gestalteten Gottesdiensten tragen sie als Thuriferar das Weihrauchfass und als Navikular das Schiffchen beim Einzug vor dem Prozessionskreuz und reichen dem Zelebranten das Weihrauchfass zur Inzensierung des Altars, des Kreuzes, des Evangeliars und der eucharistischen Gaben. Ist kein Diakon anwesend, so inzensieren sie den Zelebranten und die Gläubigen bei der Gabenbereitung. Als Ceroferare tragen Ministranten Kerzen und Leuchter. Auch sind sie in manchen Kirchen für das Läuten der Glocken während des Hochgebets verantwortlich.

Während der Eucharistiefeier bereiten die Ministranten als Altardiener zusammen mit dem Zelebranten sowie gegebenenfalls mit dem Diakon den Altar, helfen dem Priester bei der Händewaschung (Lavabo), bringen nach der Heiligen Kommunion das Messbuch und die Altargeräte zur Kredenz zurück und assistieren bei der Purifikation der Gefäße. Wo es üblich ist, läuten Ministranten vor den Wandlungsworten und zur Elevation die „Wandlungsglocke“ (auch Altarschellen oder nur Schellen genannt). Sie reichen dem Priester oder dem Diakon liturgische Geräte an, wie Weihrauchfass, Aspergill oder halten liturgische Bücher bereit. An vielen Orten bringen Ministranten auch Brot, Wein und Wasser zum Altar und sammeln die Kollekte ein (Gabenprozession). In Pontifikalämtern halten sie als Signiferi Mitra und Stab des Bischofs, solange er diese Insignien nicht benötigt.

Dazu kommen noch viele weitere Aufgaben bei besonderen Gottesdiensten etwa im Triduum Sacrum, an Weihnachten und Fronleichnam, bei Pontifikalämtern und bei den sogenannten Kasualien (Taufe, Brautmesse, Begräbnisfeier).


Dienste außerhalb der Liturgie

Häufig sind Ministranten auch außerhalb der Liturgie in ihrer Gemeinde tätig. So ist es in vielen Gemeinden üblich, dass sie zahlreich bei den Sternsingern vertreten sind oder in der Karwoche als Klapperbuben (oder Klabasterjonge; in Österreich auch Ratschenbuben bzw. -kinder) durch die Straßen ziehen. Oftmals gestalten die aktiveren Ministranten auch die örtliche, kirchliche Jugendarbeit.
Gewänder

Der Ministrantengewänder sind im wesentlichen seit Jahrhunderten unverändert. In der Regel tragen Ministranten als Untergewand einen roten oder schwarzen Talar bzw. statt des Talares einen Rock und einen dazugehörigen Kragen. Regional schließt man sich der liturgischen Farbe des Tages an, benutzt also auch grüne und violette Gewänder; wenn die liturgische Farbe des Tages weiß ist, wird ein rotes Untergewand getragen. Darüber trägt man immer das weiße Chorhemd, oft (nicht ganz richtig) auch Rochett genannt, an, das an das Taufkleid erinnert. Über dem Chorhemd wird mancherorts noch ein Kragen oder eine Mozetta in rot, schwarz oder der liturgischen Tagesfarbe getragen. Statt Talar und Chorhemd kann auch ein knöchellanges weißes Gewand - die Albe - getragen werden, das die Beziehung zum Taufkleid besonders deutlich macht. Der Erinnerung an das Kreuz Christi dienen Holzkreuze oder Plaketten aus Metall, die mit einem Riemen oder einer Schnur um den Hals getragen werden, aber nicht in jeder Pfarrei üblich sind.



Quelle: wikipedia.de

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